Donnerstag, 25. August 2016

S - wie Sommerbluse von Schnittchen

Liebe Vielnäherinnen unter euch! Kennt ihr das auch? Den Großteil der Ebooks auf dem Markt habt ihr bereits genäht, vor allem die für Kinderkleidung. Die meisten Handgriffe könnt ihr im Schlaf, die Anleitungen werden häufig nur überflogen, wenn überhaupt. Es keimt das Gefühl auf, man könne alles nähen. Kein Problem! Der Wunsch nach einem etwas spezielleren und vielleicht auch schwierigeren Nähprojekt wird laut. Warum also nicht einen Schnitt mit dem Nählevel 'advanced', also fortgeschritten wählen, wie zum Beispiel die Bluse Michelle von Schnittchen? Fortgeschritten sind wir doch allemal, oder? 
In etwa diesen Gedankengang - oder sollte ich lieber Höhenflug sagen- hatte ich, als ich mich entschieden habe die Bluse Michelle in einer Sommervariante ohne Ärmel für mich zu nähen. Ich muss euch sagen, die Flügel sind mir im Laufe des Nähprozesses einige Male ordentlich gestutzt worden! Aber von Anfang an...



Die Schnittmuster von Schnittchen bestechen auf den ersten Blick durch ihre klare Linie und vermeintlich einfache Schnittführung. Wer die Schnitte von Schnittchen jedoch schon einmal genäht hat, weiß, dass in der Regel raffinierte Details eingearbeitet sind, die die Schnitte modern und sehr speziell machen.
Die Bluse Michelle z.B. ist weit schwingend im Schnitt, kann mit oder ohne Ärmel genäht werden und besticht durch einen kleinen Hemdkragen und einer raffinierten Überlappung im Vorderteil. Das Rückenteil ist mit einer Passe gearbeitet, an die sich eine Kellerfalte anschließt. Das sieht nicht nur hübsch aus, sondern gibt der Bluse auch ein besonderes Aussehen und einen besseren Sitz, vor allem in der Bewegung. 
Den Schnitt gibt es als Ebook oder Plottversion in den Größen 34 bis 56. Durch seinen legeren Sitz ist er durchaus für zartere und kräftigere Frauen gleichermaßen geeignet. 
Bis hierhin klingt das noch nicht kompliziert, oder? 



Anders als die gängigen Ebooks auf dem Nähmarkt, enthält die Nähanleitung von Schnittchen keine bebilderte, kleinschrittige Anleitung, sondern erinnert eher an die Kurzanleitungen, die manchen Ebooks beigefügt sind. Die Anleitung ist ausführlicher als z.B. in der Burda Zeitschrift, nimmt einen aber nicht an die Hand und dröselt jeden Schritt bis ins Kleinste auf. Das muss ein Schnitt, der mit 'advanced' gekennzeichnet ist auch gar nicht , das erwarte ich nicht. Wer außerdem Bilder haben mag, kann sich auf der Seite von Schnittchen detailliertere Anleitungen zu den verschiedenen Schnitten anschauen. Für die Sommerschnitte sind diese Anleitungen jedoch noch nicht alle fertig, wie ich feststellen musste, zumal Schnittchen sich gerade im Urlaub befindet. Das war in diesem Fall echt ein bisschen schade - denn diesmal hätte ich ein Bild gebraucht. Aber leider hieß es: Ich habe kein Bild für dich! Meine Verzweiflung perfekt!
Was war passiert? 
Ich habe alle Schnittteile zugeschnitten. Zuerst Rückenteil genäht - easy! Vorderteile zusammengenäht - auch easy. Kragen nähen und einen Teil an die Bluse angebracht, nicht super easy aber schon mal gemacht, kein Ding. Und dann steht da: "Blusenhalsloch mit dem angeschnittenen vorderen Beleg und der Innenpasse verstürzen. Dabei liegt der Kragen im Sandwich zwischen Außen- und Innenblusenhalsloch."
Ihr müsst wissen, sobald ich das Wort verstürzen nur lese, bildet sich in meinem Hirn ein ganz dicker Knoten. Mir fehlt da jegliche räumliche Vorstellungskraft. Ich weiß häufig nicht, wann ich was mit wem warum verbinden muss, was ich durch welche Öffnung ziehen muss, damit am Ende alles superschön und sauber verarbeitet aussieht. Das ist echt nicht meins. Ich bin immer nur heilfroh, wenn es irgendwie klappt. 
Zum Glück habe ich erst kürzlich eine Passe verstürzt, so dass ich eine Grundidee hatte. Leider haben Kragen, Beleg und auch der ganze Halslochbereich beim Stecken einfach nicht zusammengepasst. Immer war zuviel Stoff da. Und ich sage immer, weil ich das Ganze DREI Mal in verschiedenen Variationen gesteckt UND zusammengenäht habe, nur um festzustellen, dass es nicht passt und so nicht richtig sein kann. Ich stand kurz vor der Verzweiflung - das hatte ich seit meinen Nähanfängen nicht mehr! Während ich in meiner Not eine Email an Schnittchen verfasste und gleichzeitig die Beispielbilder im Netz mit meinem Werk verglich, beschlich mich auf einmal eine böse Ahnung, die sich bewahrheiten sollte: ich hatte beim Zuschnitt einen ganz blöden Fehler gemacht! Ich hatte das Schnittteil für die Einlage für den Beleg gehalten und das Vorderteil somit auf beiden Seiten um diesen erweitert. Damit war das Vorderteil viel zu breit und passte nicht. Also beide Belege wieder abgetrennt, den Kragen abgelöst und neu begonnen. Diesmal hat alles gepasst - Puh! 
Meine Bluse ist nach viel Schweiß und Frust also nicht nur fertig geworden, sondern ist innen auch ganz schön ohne sichtbare Nähte verstürzt. Leider habe ich - wie meist - versäumt ein Bild von diesem Innenleben zu machen. Dabei lohnt sich der Blick wirklich - ich habe innen nämlich wie am Kragen auch Leoprint gewählt - Roar!
Als Stoff für meine Bluse habe ich übrigens einen dünnen und leichten Jeans gewählt. In Jerusalem ist es überraschend schwer einen hübschen leichten Webstoff zu finden, der nicht zu 100% aus Polyester besteht oder ein furchtbar altmodisches Muster trägt. Eine leichtere Stoffqualität wie Viskose oder Seide würde sicher für einen noch luftigeren Fall sorgen, aber ich mag meine Bluse auch so. Zu Leggings ist sie ein alltagstaugliches Basic und im Herbst auch mit Strickmantel und Boots tragbar.



Nach dieser (unnötigen) Plackerei (ohne diesen Fehler wäre die Bluse nämlich echt nicht schwer gewesen - wenn man weiß wie man verstürzt) verdient es 'Michelle' als mein 'S' bei 12lettersofhandmadefashion zu fungieren - S wie Sommerbluse und Schnittchen! Oder was meint ihr?

Liebste Grüße,
Maarika

Schnitt/Pattern: Bluse Michelle by Schnittchen
Stoff/Fabric: dünner Jeans/light denim from Jerusalem
verlinkt mit / linked with: RUMs, 12lettersofhandmadefashion

Mittwoch, 24. August 2016

Baggy Pants Kids - plus Blitzverlosung

Bevor ich zwei Töchter hatte, gab es die Farbe pink für mich nicht. Das war ein Farbton, den ich komplett ausgeblendet habe. Ich habe es sogar geschafft an der ganzen Farbfamilie vorbeizugreifen - es gibt doch so viele kleidsame Alternativen.  Doch dann kam das Tochterkind - und mit ihr ganz viel Mädchenkram. Wir gingen nicht nur gemeinsam durch eine sehr intensive rosa-pink Phase, sondern auch durch Glitzer, Tüll und Prinzessinen. Einhörner stehen bis heute ganz oben auf der Haben-Will-Liste. Puh!
Zum Glück darf ich mittlerweile wieder andere Farben (und coolere Muster) vernähen. Das Tochterkind wird halt auch größer. Aber um aus meinem Werk ein Lieblingsstück zu machen, darf ein bisschen pink immer noch nicht fehlen. Himbeer - wie hier verwendet - ist dabei eine mamafreundliche Alternative! Ihr seht, ich werde weich ;-)



Zum himbeerfarbenen Josy-Shirt von Schnittreif/Fritzi (ein absoluter Favorit) und dem Beanie Chris von Rockerbuben (beides habe ich an anderer Stelle schon einmal genauer vorgestellt, z.B. hier) habe ich eine lässige Hose nach dem neuen Schnitt 'Baggy Pants Kids' aus dem Hause Kid5 genäht. Für mich eine tolle Alternative zu meinem bisherigen Lieblingsschnitt 'Luckees' von NipNaps. 
Ähnlich wie die Luckees hat die Baggy Pants einen tieferen Sitz im Schritt und ein schmales Bein (mit Abschlussbündchen). Sie sitzt in Gr 128 perfekt, wie ich finde. Die Hose kann mit und ohne Eingrifftaschen genäht werden. Wenn man mag, kann man die Taschen -wie ich es hier getan habe - mit Paspeln oder Bündchen farbig absetzen und dadurch einen kleinen Hingucker zaubern. Das Bauchbündchen ist relativ breit und kann mit Tunnelzug und/oder Gummi genäht werden. Meine Kinder ziehen gerne die Bindebänder aus ihren Kleidungsstücken heraus, weshalb ich dazu übergegangen bin ein Fake-Band aufzunähen. Die Hose sieht dadurch lässiger aus, das Band geht aber nicht verloren...
 

Für die Hose habe ich einen tollen Romanit-Jersey im Leo-Look verwendet, den ich irgendwann einmal für mich gekauft habe. Leider kann ich mich nicht mehr erinnern, wo das war... Ich bin aber froh, dass ich den Stoff für diese Hose verwendet habe, denn ich hätte darin vermutlich nicht ansatzweise so cool und lässig ausgesehen, wie das Tochterkind. Die Punkte sind ein ganz schönes Steingrau und der Romanit formstabil und dennoch luftig. Perfekt für diesen Schnitt!



Und wie so oft, kommt das Beste zum Schluss. Ich darf ein Ebook 'Baggy Pants Kids' (Gr 92-154) von Kid5 an euch verlosen! Damit ihr möglichst schnell mit der Hosenproduktion beginnen könnt (denn ich bin mir sicher, dass es nicht bei einer Hose bleiben wird - Suchtgefahr!) startet die Verlosung sofort und endet bereits heute Abend um 23.59 Uhr. Wenn ihr gewinnen wollt, hinterlasst mir einen Kommentar unter diesem Post und verratet mir, welche Farbe bei euch eine Sperre verursacht. Ich habe meine pink-Sperre überwunden - zum Glück, denn auch die Krabbe verlangt jetzt schon immer nach LILA (Synonym für alle rosa-pink-lila-Töne). Da kommt noch einiges auf mich zu, haha!  
Seid bitte mindestens 18 Jahre alt, mit der Veröffentlichung  eures Namens hier und mit der Weitergabe eurer Emailadresse an Kid5 zu Versendungszwecken im Falle eines Gewinns einverstanden. Wenn ihr anonym kommentiert oder keine Email im Impressum hinterlegt habt, gebt bitte eine Adresse im Kommentar mit an. Der Gewinn kann nicht ausgezahlt werden, ist klar, oder? Sooo, nun haut mal in die Tasten, ich drück euch die Daumen!

Der ein oder andere fragt sich bestimmt schon, wer das Ebook 'Kinderkoffer' von Frau Schneider gewonnen hat. Die Gewinnerin ist 
Frau Stoerchin
Herzlichen Glückwunsch! Die Email mit den Ebook ist bereits auf dem Weg zu dir!

Habt einen tollen Tag,
liebste Grüße,

Maarika

Schnitte: #50 Baggy Pants Kids by Kid5; Shirt Josy by Schnittreif / Fritzi; Beanie Chris by Rockerbuben (Freebook)
Stoffe: Romanit-Jersey im Leo-Look aus eigenem Stoffvorrat (Quelle leider nicht mehr bekannt - bin für Hinweise dankbar ;-) )
verlinkt mit: Kiddikram, AWS

Dienstag, 23. August 2016

Der erste Schultag

Gestern war es soweit. Das Tochterkind wurde eingeschult! Mein kleines Mädchen gar nicht mehr so klein, hachz... da wird das Mamaherz doch ein wenig schwer. Wo ist nur die Zeit geblieben?
Das Tochterkind war anders als die Mama gar nicht wehmütig, sondern voller Vorfreude auf das, was sie erwartet. Sie besucht die amerikanische internationale Schule in Jerusalem, wo sie auch schon die Kindergarten- und Vorschulzeit verbracht hat. Der Schulweg, einige Lehrer und auch ein paar Kinder sind die selben geblieben - der Wechsel in ein neues Gebäude und eine neue Lehrerin waren also nicht ganz so wild für sie. Für nervöses auf dem Stuhl herumrutschen hat vielmehr die prall gefüllte Schultüte gesorgt, die am Morgen auf sie gewartet hat. 
Die Einschulung ist in Jerusalem (wie auch in Amerika) keine große Sache. Anders als in Deutschland warten normalerweise keine Geschenke, keine besondere Begrüßung in der Schule oder gar ein Fest auf die Kinder. Auch Schultüten gibt es keine. Das finde ich sehr schade. Wir haben den gestrigen Tag deshalb ganz nach deutscher Tradition begangen. Warum sollte das Tochterkind keine 'richtige' Einschulung haben, nur weil ihre Eltern beschlossen haben im Ausland leben zu wollen? 
Diesen Gedanken scheinen wir übrigens nicht alleine gehabt zu haben. Alle deutschen Erstklässler waren gestern mit Schultüte zur Einführungsveranstaltung in der Schule. Ein hübsches (und für die Schulgemeinde sehr interessantes) Bild!



Ich habe zum ersten Mal eine Schultüte genäht. Ich hatte mir dafür extra einen Rohling aus Deutschland mitgebracht (hier gibt es so etwas ja nicht). Leider hat die Tüte auf der Reise etwas gelitten und ihre Spitze eingebüßt, wie man auf den Bildern sehen kann. Wirklich schlimm ist das aber nicht.
Für den Grundschnitt habe ich das Freebook von Pattydoo verwendet. Den Körper habe ich aber nochmal unterteilt, da ich gerne eine Art Rasenfläche für das Pferd schaffen wollte. Das Pferd und den Sattel habe ich aus Filz appliziert, die Mähne aus Häkelgarn angeknüpft.
Die Blumen und der Schmetterling sowie der Name sind ebenfalls aus Filz gefertigt. Noch ein paar Bänder aufgenäht, fertige Bommel angebracht - und fertig ist die Schultüte!
Ich persönlich hätte ja lieber eine ganz schlichte Tüte mir einem kleinen Eyecatcher gemacht - auf Pinterest gibt es dazu einige sehr hübsche Beispiele - aber diese üppig dekorierte Schultüte ist eher nach dem Geschmack des Tochterkindes. Und so soll es ja auch sein!



Wir haben zum Schulstart übrigens auch diverse Zuckertüten für die besten Freunde gebastelt. Die zeige ich euch aber nochmals gesondert ;-)

Ich wünsche allen Mamas mit Einschulungskindern starke Nerven und ausreichend Taschentücher und allen I-Dötzchen (oder ABC-Schützen) einen tollen Schulstart! 
Alles Liebe,

Maarika

Schnitt: Schultüte mit Applikation (Freebook) by Pattydoo; Applikationen nach eigenem Entwurf
Schultasche: Ergobag Cubo Schabärnack
verlinkt mit: Dienstagsdinge, HOT, Kiddikram
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